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Das Schlafapnoe-Syndrom kann heute erfolgreich therapiert werden

Noch zu Beginn der 90er Jahre wurde das Schlafapnoe-Syndrom mit den typischen Beschwerden wie Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen oder verminderte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit kaum behandelt. Die Betroffenen galten als «Phlegmas» und litten stark unter den Folgen der Krankheit. Aufgrund der rasanten Entwicklung in der Schlafmedizin sind die Aussichten für Betroffene heute wesentlich besser. Es stehen verschiedene wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.


An erster Stelle sollten immer die Verhaltensmassnahmen stehen. Diese können die Beschwerden in vielen Fällen vermindern. In leichten Fällen können sie diese sogar zum Verschwinden bringen:

 

  • Die überwiegende Mehrheit der Patienten ist übergewichtig. Die Erlangung des Normalgewichts ist daher bei der Behandlung von Schlafapnoe von zentraler Bedeutung.
  • Auf die Einnahme von Alkohol sollte mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen unbedingt verzichtet werden, da er die Atmungsaktivität
    dämpft und somit die Wahrscheinlichkeit und Häufigkeit von Atemaussetzern erhöht.
  • Schlafmittel haben eine ähnliche Wirkung wie Alkohol und sollten daher vermieden werden. Gleiches gilt auch für verschiedene Medikamente
    gegen Angstzustände.
  • Für Betroffene empfiehlt es sich grundsätzlich auf der Seite zu schlafen. In manchen Fällen treten die Atempausen nur in der Rückenlage auf. Damit sich der Betroffene nicht auf den Rücken dreht, kann in den Rückenteil des Pyjamas ein Tennisball eingenäht oder ein kleiner Rucksack getragen werden.

 

In der Mehrheit der Fälle reichen die Verhaltensmassnahmen jedoch leider nicht aus, es sind zusätzliche Massnahmen erforderlich. Auf breiter Basis erprobt sind:



CPAP-Therapie

Bei dieser Therapie leitet ein Atemgerät einen dauernden, sanften Luftstrom in eine Nasenmaske, die der Patient während der Nacht trägt. Dadurch entsteht im Nasen-Rachen-Raum ein erhöhter Druck, der einen Verschluss der Atemwege verhindert. Der Betroffene kann wieder normal atmen, das Schnarchen und die Atempausen treten nicht mehr auf. Die Erfahrung zeigt, dass die Mehrheit der Patienten die Therapie von Anfang an gut toleriert und bereits nach kurzer Zeit nicht mehr unter den typischen Beschwerden leidet. Der andere Teil ist anfangs skeptisch, weil Nebenwirkungen (z.B. Druckstellen, trockene Schleimhäute) auftreten oder der Gebrauch des Gerätes als lästig empfunden wird. Die Praxis zeigt jedoch, dass einem bedeutenden Teil der Betroffenen mit kompetenter Beratung geholfen werden kann.



Zahnspange

Patienten, die eine CPAP nicht tolerieren oder aus anderen Gründen nicht akzeptieren können, kann eine speziell angefertigte Zahnspange als weitere Behandlung angeboten werden. Sie bewirkt eine leichte Vorschubstellung des Unterkiefers, was auch die Zunge nach vorne verlagert und damit den Verschluss der Atemwege verhindert. Voraussetzung sind jedoch ein gesundes Zahnfleisch und gesunde Zähne. Auch mit Zahnspangen werden sehr gute Behandlungserfolge erzielt. Wichtig ist, dass regelmässige Nachkontrollen durch einen Zahnarzt durchgeführt werden, um allfällige unerwünschte Effekte auf die Zähne und das Kiefergelenk frühzeitig zu erkennen



Operation

In speziellen Fällen, zum Beispiel bei vergrösserten Mandeln, kann das Schlafapnoe-Syndrom mit einem chirurgischen Eingriff eliminiert werden. Dies gilt vor allem für Schlafapnoe bei Kindern. Überdies gibt es neuere Verfahren, mit denen Fett- und Bindegewebe im Rachenbereich entfernt werden kann. Im Einzelfall lässt sich aber nicht sicher voraussagen, ob sich die Atemstörung nach einer Operation bessern wird.



Medikamente

Leider gibt es bisher noch keine wirksame medikamentöse Behandlung für das Schlafapnoe- Syndrom.



Übrige (nicht wissenschaftlich erprobt)

Hinweise von Patienten deuten darauf hin, dass alternative Methoden bei leichten Formen der Krankheit zu einer Verminderung der Beschwerden führen können. Dazu gehören z.B. die Fixierung des Gaumensegels, die chinesische Akupunktur sowie die Methoden zur Stärkung der Zungen- und Rachenmuskulatur. Allerdings haben wir auch Kenntnis davon, dass diese Alternativen bei vielen Patienten nicht befriedigend funktionieren oder nur das Schnarchen, nicht aber die gefährlichen Atemaussetzer beseitigen. Die Fachleute fordern daher mehr Klarheit über die Effektivität und warnen insbesondere auch vor den Folgen einer nicht behandelten Schlafapnoe.



Fazit
Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, deren Folgen (Verkehrsunfälle, Herzinfarkt, Hirnschlag) bei fehlender oder unkorrekter Behandlung gravierend sein können.
Die Tatsache, dass 80% der Betroffenen übergewichtig sind, zeigt klar auf, wie wichtig Massnahmen zur Normalisierung des Gewichts sind.
Die CPAP-Therapie ist heute die Therapie erster Wahl, weil sie von der Mehrheit der Patienten toleriert wird und die Beschwerden vollständig zum Verschwinden bringt.
Bei CPAP-Intoleranz sind Zahnspangen eine wirksame Alternative, welche die Beschwerden verringern kann.

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