Tuberkulose ist in der Schweiz eine seltene Krankheit geworden: Pro 100’000 Einwohner erkranken jährlich weniger als zehn Personen, und es stirbt praktisch niemand mehr daran. Noch vor einem Jahrhundert starben bei uns in den meisten westlichen Ländern jedes Jahr vier von tausend Personen an Tuberkulose, hauptsächlich junge Erwachsene. Die Verbesserung der Lebens- und Hygienebedingungen und die Einführung wirksamer Behandlungen haben die Situation grundlegend verändert.
Und dennoch bleibt das Problem Tuberkulose bestehen. Weltweit bleibt die Tuberkulose eine der häufigsten und schlimmsten Infektionskrankheiten. Jährlich treten acht Millionen neue Fälle auf; ungefähr drei Millionen Menschen sterben an der Krankheit. In der Schweiz sind meist ältere oder an einer chronischen Krankheit leidende Personen betroffen und ebenso Immigranten, Randgruppen sowie ihre Pflegepersonen.
Das Bundesamt für Gesundheit, die Lungenliga Schweiz, die Kantonsärzte und die gesamte Ärzteschaft arbeiten zusammen, um Tuberkulosefälle zu erkennen und zu behandeln.
Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, welche auf eine langsam wachsende Bakterie (Mycobacterium tuberculosis) zurückgeht. Die Bakterie entwickelt sich normalerweise in der Lunge eines Kranken.
Trotz des medizinischen Fortschritts bleibt die Behandlung langwierig: 1950 dauerte eine Therapie mindestens zwei Jahre, 1970 achtzehn Monate und 1980 noch ein Jahr. Heute rechnet man mit einer Behandlungsdauer von sechs Monaten.
Tuberkulose oder kurz TB – diese Diagnose vergisst Nathalie nie. Vor sieben Monaten ist die Studentin aus Indien zurückgekehrt. Wochen danach klagt die 25-Jährige über Husten und leichtes Fieber.

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