Dr. med. Andreas Knoblauch, Fachbereichsleiter Pneumologie am Kantonsspital St. Gallen und Vorstandsmitglied der Lungenliga Schweiz, über die Herausforderungen der Lungenforschung.
«Forschung ist Wahrheitsfindung. Durch jede neue Erkenntnis kommen wir der
Wahrheit ein Stück näher und Irrtümer werden früher oder später aufgedeckt.
Das System Forschung kontrolliert sich insofern selbst, als dass alte Erkenntnisse durch neue Einsichten ständig revidiert werden.»
«Es gibt verschiedene Forschungszweige. Eine Richtung ist zum Beispiel die Untersuchung der Luftqualität, die einen wichtigen Einfluss auf die Lunge hat. Dann gibt es zum Beispiel die Lungenkrebs- und Asthmaforschung sowie ein Register für seltene Lungenkrankheiten, in dem die Erkrankungen in erster Linie beschrieben werden. Und nicht zuletzt die chirurgische Ebene, wobei unter anderem die Technik der Transplantation untersucht und weiterentwickelt wird.»
«Besonders in der Prophylaxe gibt es noch viel zu tun. Tödliche Lungenkrankheiten sind meistens auf die schlechte Luft zurückzuführen
– im Innenluftbereich ist dies der Tabakkonsum und bei der Aussenluft
die hausgemachte Luftverschmutzung. In dieser Frage spielt auch die Industrie
eine wichtige Rolle. In welchen Bereichen Forschung betrieben wird, bestimmt
in hohem Masse die Industrie, nicht nur die Patienten oder die Forscher.
Ohne finanzielles Interesse gibt es auch keine Forschung. So entsteht eine ganz eigene Dynamik, die man als Forscher nur bedingt beeinflussen kann.»
«Die Patienten sind sich bewusst, dass jeder medizinische Forschritt nur dank
einem Forschungsapparat möglich war. Und vor allem die Patienten mit schweren Lungenerkrankungen haben immer Hoffnung, dass die Forschung in ihrem Leben noch etwas erreicht, um ihnen zu helfen.»
Das Gespräch führte Valentina Röschli, Journalistin, Zürich

Jeden Dienstag 17-19 Uhr beantworten Ärztinnen und Ärzte Ihre Fragen zu Lunge und Atemwegen. Eine kostenlose Dienstleistung der Lungenliga.